Lofoten Workshop – Arbeiten im arktischen Licht

Unsere diesjährige Lofoten Winter Tour führte uns Mitte Januar auf die Lofoten, an einen Ort, an dem Licht und Zeit ihre eigenen Regeln haben. Die Tage begannen spät, oft im arktischen Dämmerlicht, das lange vor dem Sonnenaufgang den Raum zum Arbeiten öffnete. Zwischen Meer und Bergen, Kälte und Stille entstand eine Atmosphäre, die verlangsamte und zugleich schärfte.

Statt festgelegter Motive bestimmten Licht, Wetter und innere Aufmerksamkeit den Weg. Die Landschaft zeigte sich reduziert und klar: vereiste Bergflanken, spiegelnde Fjorde, gefrorene Strände. Eine ganze Woche lang begleiteten uns wunderbares, softes, aber zugleich klar definiertes arktisches Licht – ideal zum Beobachten, Staunen und Fotografieren. Höhepunkt war ein einzigartiger Solarsturm, der uns unglaubliche Nordlichter bescherte.

Der Workshop verstand sich nicht als Anleitung, sondern als gemeinsamer Prozess. Unterwegs entstanden Gespräche über Bildsprache, Wahrnehmung und das Loslassen von Kontrolle. Abends wurden die Aufnahmen des Tages in ruhiger Atmosphäre betrachtet und besprochen. Dabei ging es weniger um Bewertung als um Verstehen: warum ein Bild trägt, warum ein anderes still bleibt. Aus diesem fortlaufenden Austausch heraus entstand parallel ein kleines Magazin “on the go” mit Bildern und Reiseberichten – als verdichtete Erzählung der Woche und als exemplarischer Zugang zu Storytelling jenseits einzelner Bilder.

Begegnungen mit Menschen vor Ort – Fischern, Handwerkern, Künstlern – flossen ebenso in die Arbeit ein wie Pausen bei Kaffee und Zimtschnecken in den heimischen Cafés, gemeinsames Kochen und das Teilen von Erschöpfung und Staunen. Die Gruppe wuchs leise zusammen, ohne Druck, ohne Konkurenz.

Zurück blieb das Gefühl, dass wir etwas ganz Besonderes erlebt hatten. Mehr als eine Sammlung von Bildern: der Workshop öffnete Räume für neue Blicke, verfeinerte Intuition und die Erfahrung, dass Fotografie dort beginnt, wo man bereit ist, langsamer zu werden. Die Lofoten erzählten ihre eigene Geschichte – und wir durften für eine Zeit Teil davon sein.

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